Zeit schenken und Nähe schaffen
Der Besuchs- und Begleitdienst bringt Menschen, die Zeit schenken möchten, mit Menschen, die sich Gesellschaft und Unterstützung im Alltag wünschen zusammen. Ehrenamtliche besuchen ältere oder hilfsbedürftige Menschen regelmäßig und gestalten die gemeinsame Zeit ganz individuell – zum Beispiel bei Gesprächen, Spaziergängen oder kleinen Unternehmungen. So entstehen verlässliche Kontakte, die den Alltag auf beiden Seiten bereichern. Das Angebot ist kostenfrei!
Als Engagement-Zentrum koordinieren wir die Einsätze, bringen passende Menschen zusammen und sind jederzeit ansprechbar.
Hier finden Sie unseren Flyer zum Besuchs- und Begleitdienst.
Ich möchte mich engagieren
Sie möchten sich sinnvoll einbringen und Zeit mit anderen teilen?
Im Besuchs- und Begleitdienst können Sie genau das tun. Sie besuchen regelmäßig eine Person in Ihrer Nähe – ohne Pflegeaufgaben, dafür mit Zeit, Aufmerksamkeit und Offenheit. Wir schauen gemeinsam, was zu Ihnen passt, und begleiten Sie von Anfang an. Sie erhalten bei uns:
-
eine persönliche Beratung und Vorbereitung auf Ihren Einsatz
-
Versicherungsschutz während Ihres Engagements
-
regelmäßigen Austausch und Weiterbildungsangebote
-
eine feste Ansprechperson für Ihre Fragen
-
bei entsprechendem Zeitumfang eine Aufwandsentschädigung
Ich wünsche mir Besuch
Sie wünschen sich Gesellschaft im Alltag?
Jemanden, der Zeit für Gespräche hat, Sie begleitet oder mit Ihnen kleine Unternehmungen macht?
Wir vermitteln freiwillige Unterstützung für
-
ältere Menschen
-
Menschen mit Beeinträchtigungen
-
pflegende Angehörige
Gemeinsam schauen wir, wer gut zu Ihnen passt und welche Art der Begleitung für Sie hilfreich ist. Das Angebot ist für Sie kostenfrei.
Wichtig zu wissen: Die Ehrenamtlichen ersetzen keine Pflege oder haushaltsnahe Dienstleistungen – sie schenken Zeit, Aufmerksamkeit und menschliche Nähe.
So kann eine Begleitung aussehen
Die gemeinsame Zeit ist so vielfältig wie die Menschen selbst.
Typische Aktivitäten unserer Ehrenamtlichen und Besuchten sind zum Beispiel:
-
gemeinsam reden, lachen oder Kaffee trinken
-
spazieren gehen oder kleine Ausflüge machen
-
vorlesen, spielen oder Hobbys teilen
-
bei Einkäufen oder Terminen begleiten
-
einfach da sein und zuhören
Häufig entwickelt sich daraus ein fester Termin im Alltag, auf den sich beide Seiten freuen – und der für viele zu etwas ganz Besonderem wird.
Haben Sie Interesse? Dann melden Sie sich gern für ein unverbindliches Gespräch.
☎ 03437 701622
✉
Hier finden Sie einige Beispiele von Begleitungen:
Beweglichkeit und Sinn für alle Beteiligten
Schwimmen gehen oder durch Leipzig bummeln – alles nicht so einfach, wenn man auf die 80 zugeht, im Rollstuhl sitzt und nicht mehr laufen kann. „Teilhabe“ ist ein großes Wort, Marion Braun allerdings füllt es eindrucksvoll mit Leben. Nach der Pflege und schließlich dem Tod ihres Mannes sowie mehreren Wirbelsäulen-OPs sei es „rapide bergab“ gegangen, erzählt sie. Sie verabschiedete sich von ihrem geliebten Garten und dem Auto. „Letzteres tut mir heute noch leid, denn ich will doch beweglich sein“, erklärt sie. Genau das hat sie sich wieder zurückgeholt – mit ihrer Kämpfernatur und unverwüstlichen Lebensfreude, mit diversen Hilfsmitteln wie Elektromobil oder E-Rolli sowie nicht zuletzt auch dank des Einsatzes von Gudrun Rübestahl.
Die Freiwillige betreut Marion Braun im Rahmen des Besuchs- und Begleitdienstes, den das Engagement-Zentrum der Diakonie Leipziger Land ins Leben gerufen hat. Inzwischen treffen sich die beiden zwei bis dreimal pro Woche zum Kaffeeklatsch, Spazierengehen, Einkaufen, Rummicub-Spielen oder für Ausflüge. Jeden Tag telefonieren sie, wünschen einander „Guten Morgen“ und fragen nach dem Befinden. Wenn man mit den beiden im Café sitzt, kommen immer wieder Menschen an den Tisch, die Marion Braun freudig begrüßen. Gefühlt kennt sie die Hälfte der Gäste. Kontakte sind ihr wichtig, immerhin hat sie bis zum 74. Geburtstag noch gearbeitet. „Es hat mir einfach Spaß gemacht und ich mochte den Umgang mit Jüngeren“, erklärt die sympathische Frau mit dem herzerwärmenden Lächeln.
„Es ist bewundernswert, was sie alles schafft!“, so Gudrun Rübestahl. Obwohl der Altersabstand zwischen beiden gar nicht so groß ist, empfindet Gudrun Rübestahl das Verhältnis ein bisschen wie zwischen Mutter und Tochter. Ihr Ehrenamt ist nicht nur für Marion Braun, sondern auch für sie selbst eine große Bereicherung. Während ihrer Arbeitslosigkeit hat sich Gudrun Rübestahl oft nutzlos gefühlt. Also meldete sich die rührige Frau im Engagement-Zentrum. „Ich wollte für andere da sein und gebraucht werden“, erklärt sie. Inzwischen ist sie längst im Ruhestand, engagiert sich aber sehr gern weiter und freut sich jedes Mal auf die gemeinsamen Unternehmungen.
Gutes Tun im Tandem
Claudia Janotte und Ingrid Mass wirken wie gute Freundinnen. Am Wochenende ziehen sie oft gemeinsam los und gehen Eis essen, ins Kino, auf Bootstour oder wie neulich zum Familienkonzert ins Gewandhaus. Als der Mann von Ingrid Maas letztens seinen 60. Geburtstag feierte, war auch Claudia eingeladen, die inzwischen praktisch zur Familie gehört. Welcher von den Ausflügen mit Ingrid Maas der beste war, kann Claudia gar nicht sagen. „Die Zeit miteinander ist am schönsten“, sagt sie, „mir gefällt alles!“
Die beiden sind ein Tandem des Besuchs- und Begleitdienstes der Diakonie Leipziger Land in Grimma, den die Freiwilligenzentrale organisiert. Diese war es auch, die vor vier Jahren den Kontakt hergestellt hat. Ingrid Maas ist gesundheitlich angeschlagen und kann nicht mehr arbeiten. Mit ihrer Familie und diversen Hobbys war sie gut ausgelastet, aber der freundlichen Frau aus Regis-Breitingen fehlte etwas Erfüllendes. „Ich wollte etwas Sinnvolles tun“, erzählt sie. Also meldete sie sich in der Freiwilligenzentrale, wo wiederum Claudias Mutter nach einer netten Begleitung für Ihre Tochter gefragt hatte. Werktags arbeitet Claudia in Borna in einer Werkstatt für behinderte Menschen und hat ihre Betreuer, doch an den Wochenenden hatte sich die junge Frau manchmal gelangweilt.
Aber das ist lange her. Im Dezember erstellen die beiden immer ihren Jahresplan - gefüllt mit schönen Dingen, die sie schon immer mal machen wollten. Highlight in diesem Jahr ist ein gemeinsames Wochenende in der Ferienwohnung - das Geburtstagsgeschenk für Claudia. „Unsere Ausflüge tun uns beiden gut“, sagt Ingrid Maas, die sich immer auf Claudia freut. Und manches hätte sie ohne die junge Frau so wohl nicht erlebt - ein Rockkonzert zum Beispiel.
Sternstunden für alle Beteiligten
Waltraud Wiedenbrück hat einen „guten Geist“. Er wohnt zum Glück gleich gegenüber, kommt immer dienstags vorbei und bringt Freundlichkeit, Abwechslung sowie 2 zupackende Hände mit. Sein Name ist Jutta Klein - Freiwillige im Besuchs- und Begleitdienst der Diakonie Leipziger Land, in dessen Rahmen sie für die alte Dame da ist.
Jutta Klein geht mit Waltraud Wiedenbrück einkaufen, zum Arzt oder zur Bank, sie hat auch schon einen Rollstuhl organisiert für Touren zum Weihnachtsmarkt, auf die Albrechtsburg, ins Restaurant oder nach Moritzburg. Sternstunden und Lichtblicke sind das für die 88-jährige, die sich mit Rückenschmerzen plagt, beide Söhne verloren hat und deren Freundeskreis sich immer mehr lichtet. „Die Ausflüge waren wunderschön, da zehre ich davon, wenn es mir mal wieder schlechter geht“, schwärmt Waltraud Wiedenbrück.
Als Jutta Klein vor 2 Jahren in den Ruhestand ging, hat ihr zunächst was gefehlt. Ein Büro-Tag pro Woche, Enkel, Haus, Garten, Freunde und Hobbys füllten die agile Frau einfach nicht aus. „Ich wollte etwas Sinnvolles, Erfüllendes tun, was anderen hilft und mich gleichzeitig zufrieden macht“, erzählt sie. Also meldete sie sich in der Freiwilligenzentrale, wo sie Doris Ring in den Besuchs- und Begleitdienst bei Waltraud Wiedenbrück vermittelte, die sie nun seit 2 Jahren betreut und die für sie wie eine „Ersatz-Schwiegermutter“ sei, natürlich eine von der netten Sorte. Die beiden sind ein richtig gutes Team mit viel Vertrauen zueinander, wo man sich gegenseitig auch mal das Herz ausschüttet und weiß, dass das Gesprochene im Raum bleibt.
Trotz aller Schicksalsschläge, die beide schon verkraften mussten, gibt es viel fröhliches Gelächter in Waltraud Wiedenbrücks kleiner Stube. „Man darf sich nicht zurückziehen und zuviel grübeln“, sagt Jutta Klein. Die beiden sympathischen Frauen haben lieber gemeinsam viel Spaß, amüsieren sich über den stets hungrigen Kater Willi und flachsen schon mal über den 100. Geburtstag, den Waltraud Wiedenbrück natürlich noch feiern möchte. „Ich bin Jutta sehr dankbar“, sagt die alte












